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Brauche ich einen Internationalen Führerschein?

Mit dem Van durch Neuseeland, dem Bulli durch Europa oder dem eigenen Auto über die Route 66 – Dein Plan steht schon? Wir haben für Dich geschaut, wo man einen Internationalen Führerschein braucht.

Vielleicht wohnt deine Au Pair-Gastfamilie etwas außerhalb und wünscht sich, dass du die Kinder ab und zu zum Sport fährst. Einen Führerschein hast Du, aber Fahren in den USA? Geht das mit dem deutschen Führerschein? Ja, das geht. Aber wie in vielen anderen Ländern braucht man in den USA zusätzlich zum deutschen einen Internationalen Führerschein. Dabei handelt es sich im Grunde genommen nur um ein Dokument, das Deinen deutschen Führerschein übersetzt. Ausgestattet mit einem biometrischen Lichtbild, deinem Kartenführerschein und deinem Personalausweis kannst Du ihn bei der nächstgelegenen Führerscheinstelle beantragen. Die Kosten liegen bei etwa 15 bis 20 Euro.

Aber nicht in allen Ländern braucht man auch einen Internationalen Führerschein. Oft reicht auch der nationale Führerschein in Kombination mit einer beglaubigten Übersetzung. Wenn man ein Auto mieten möchte, ist es jedoch wichtig, sich rechtzeitig beim Autovermieter zu informieren: Manche verlangen trotz abweichender Regeln die Vorlage eines Internationalen Führerscheins.

Wir haben mal in bei Reisenden beliebten Ecken und Enden der Welt geschaut, welche Vorschriften es eigentlich gibt.

Europa

Die Grenzen frei überqueren zu können, dafür steht die EU. Und auch in den meisten anderen Ländern Europas ist es kein Problem, mit dem deutschen Führerschein unterwegs zu sein. Für Albanien, Moldau, Ukraine und Weißrussland empfiehlt es sich jedoch, zusätzlich noch einen Internationalen Führerschein dabei zu haben – das empfiehlt auch der ADAC.

USA

Von Kalifornien bis New York, von den Südstaaten bis Alaska: In den USA reicht es nicht, wenn Du mit Deinem deutschen Führerschein unterwegs bist. In einigen Bundesstaaten ist der Internationale Pflicht – vor einer Reise sollte man den also auf jeden Fall beantragen. Vor allem wenn man ein Auto mieten möchte, ist er unverzichtbar.

Kanada

Tipp: Den Internationalen Führerschein mitnehmen – das empfiehlt auch das Auswärtige Amt. Prinzipiell ist es so, dass der deutsche Führerschein bei Aufenthalten von drei bzw. sechs Monaten ausreicht. Tatsächlich aber bestimmen die einzelnen Provinzen die Regeln, was das ganze noch etwas komplizierter macht. Dann lieber einen Vormittag bei der Führerscheinstelle verbringen.

Australien

Auch hier ist der deutsche Führerschein allein nicht ausreichend. Wer maximal 90 Tage in Australien verbringt und in der Zeit Auto fahren fahren möchte, kann auch erstmal nur den EU-Führerschein mit nach Australien nehmen. Ohne beglaubigte Übersetzung darfst Du Dich allerdings nicht hinters Steuer setzen. Übersetzt werden kann der Führerschein von den deutschen Vertretungen in Australien: Diese sitzen in Canberra, Sydney, Melbourne, Adelaide, Brisbane, Cairns, Darwin, Hobart und Perth. Kostenpunkt: knapp 40 Euro und damit doppelt so teuer wie der Internationale Führerschein. Für längere Aufenthalte ist der auch wieder verpflichtend.

 

Neuseeland

Wer nicht länger als ein Jahr bleibt, darf mit Internationalem Führerschein oder seinem deutschen Führerschein und einer beglaubigten Übersetzung die kurvigen Straßen unsicher machen. Eine Liste der Aussteller solcher Übersetzungen findet sich auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Neuseeland. Wer länger als ein Jahr bleibt und weiterhin Auto fahren möchte, muss sich allerdings von seinem Führerschein trennen: Danach ist es nämlich vorgesehen, einen neuseeländischen Führerschein zu beantragen. Hängt man allerdings sehr an dem Kärtchen, gibt es noch einen letzten – zugegebenermaßen etwas umständlichen – Trick: Neuseeland verlassen und wieder einreisen. Die zwölf Monate gelten nämlich ab jeder erneuten Einreise.

Übrigens: Hast Du dran gedacht, dass die Aussies ebenso wie die Kiwis auf der linken Straßenseite fahren?

 

Ob Du also einen Internationalen Führerschein brauchst? In Europa eher nicht, ansonsten lautet die Antwort: Jein. Denn selbst, wenn er nicht zwingend notwendig ist, erleichtert er das Reisen doch ungemein und Deinem nächsten Roadtrip steht nichts mehr im Weg!